
An zwei Terminen wurden Vogelinteressierte Schritt für Schritt an Vogelerkennung und Beobachtungen geführt
Zum Theorieteil im Landgasthof Zehner wurde das Nebenzimmer gut gefüllt und der erste Vorsitzende der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) Kreisgruppe Forchheim, Helmut Schmitt, konnte
eine umfassende Einführung in die Grundlagen der Vogelbeobachtungen geben.
Dabei kamen zuerst anatomische Bezeichnungen der Vögel zu Wort, mit der anschaulichen Erklärung warum diese wichtig sind. So unterscheidet man zum Beispiel bei farblichen Unterschieden im Gesicht in verschiedene Bereiche, wie Scheitel, Bartstreif, Kinn, Über- und Unteraugenstreif, Augenstreif oder -maske und viele weitere. Wenn man sich prägnante Merkmale bei einer neuen Vogelbeobachtung merken kann, kann man diese danach mit Bestimmungsbüchern oder im Gespräch mit einem Experten abgleichen und so oft die erspähte Vogelart bestimmen.
Im Anschluss an das Basiswissen stellte Schmitt noch einige der häufigsten oder leicht beobachtbaren Vögel vor, darunter viele Klassiker aus dem Stadtpark oder Garten. Neben Gefiedermerkmalen spielte Schmitt auch jeweils die Gesänge und Rufe vor, um eine Grundlage für das sogenannte Verhören von Vögeln zu legen. Einige Arten sind sich optisch sehr ähnlich (beispielsweise der Zilpzalp und Fitis) und lassen sich leichter durch den Gesang unterscheiden. Andere sind oft gut versteckt und können besser verhört als gesehen werden, z.B. der Zaunkönig.

Zum Schluss des Theorieabends konnten die Teilnehmenden in einem kurzweiligen Quiz ihre erlernten Fähigkeiten testen. Sowohl die optische als auch die akustische Bestimmung lief nach den Tipps und Übungen überraschend gut und die Teilnehmenden fühlten sich gerüstet für die praktische Anwendung bei einer Vogelexkursion.
Trotz Dauerregens fanden sich zwei Tage später wieder über 20 Teilnehmende in Großenohe ein um dort entlang des Großenoher Bachs, von Schmitt geleitet, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Der Regen brachte dabei sogar einen kleinen Vorteil, während bei strahlendem Sonnenschein zu dieser Jahreszeit (in der Balz) viele Vögel durcheinander singen, waren die vereinzelten Stimmen deutlich erkennbar. Viele der im Basiswissen beschriebenen Arten konnten gefunden werden, darunter Rotkehlchen, Amseln, Zilpalp, Eichelhäher, Kohlmeise, Blaumeise, der kleine aber laute Zaunkönig sowie unser kleinster Vogel in Deutschland, das Sommergoldhähnchen.
Die Teilnehmenden waren mit aufmerksamen Ohren und dem Fernglas stets im Anschlag voller Enthusiasmus bei der Sache und jeder konnte erste Erfolge beim „Birding“ verzeichnen. Das Theorie- und Praxis Event „Vogelexkursion für Einsteiger“ hat großen Anklang gefunden und es wurden direkt Wünsche für weitere Events dieser Art geäußert. So denkt Schmitt mit seiner Kreisgruppe über detailliertere Führungen mit vorhergehender Theorie in speziellen Habitaten oder für spezielle Vogelfamilien nach, z.B. im Wald oder für Wasservögel (Gänsevögel, Taucher, Schreit- und Watvögel).

Unter www.lbv-forchheim.de können Sie sich über das aktuelle Programm und anstehende Exkursionen informieren und mit der Kreisgruppe in Kontakt treten.
Text: Kathrin Hämmerle