Erfreuliche Entwicklung in Hagenbach

Die Kreisgruppe Forchheim des Landesbundes für Vogelschutz hat, mit der Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken, einen Streuobstwiesenkomplex mit Wiesenflächen und alten Obstbäumen erworben. Das Grundstück liegt in der Nähe von Hagenbach.

 

 

Ziel ist es den bestehenden alten Obstbaumbestand (teilweise abgestorben) sowie die verwilderten Röhrichtbereiche zu erhalten. Durch gezielte Maßnahmen sollen die Flächen für den Natur- und Artenschutz aufgewertet werden (Bild 1: Frühjahr in Hagenbach).

 

  • Folgende Pflegemaßnahmen wurden durch ehrenamtliche Mitglieder der LBV KG-FO schon verwirklicht:
  • Pflanzung von teilweise sehr alten Sorten Hochstammobstbäume

  • Pflanzung von Hecken aus standortgerechten Gehölzen

  • Anlegen eines Amphibienteiches

  • Anbringen verschiedener Nistkästen für Höhlenbrüter, sowie ein Turmfalken- und Waldkauzkasten.

 

Das terrassenförmige, ca. 2 Ha große Grundstück wurde in Teilbereichen entbuscht und Teilflächen werden im Herbst 1 x jährlich gemäht (Bild 2: entbuschte Flächen).

 

Durch das Grundstück fließt ein neu angelegter, renaturierter Graben mit mehreren kleinen Tümpeln. Der Graben war vorher verrohrt (Bild 3: Wasserlauf).

 

Durch die Mischung von bestehenden und teilweise verwildernden Teilflächen, welche ungestört bleiben sollen, und den gezielten Pflegemaßnahmen der KG, stellen sich die ersten Erfolge ein. Es konnten erfolgreiche Bruten des sehr seltenen Wendehalses (Bild 4: Wendehals - Rote Liste 2016 - vom Aussterben bedroht) und Neuntöters (Bild 5: juveniler Neuntöter) nachgewiesen werden (Bild 6: Neuntöter Männchen).

 

Weiter wurden erfolgreiche Bruten verschiedener Drosseln Grasmücken, Kernbeißer, Goldammer, Stieglitz, Heckenbraunelle usw. dokumentiert (Bild 7: Kernbeißer).

Die ca. 30 Nistkästen werden von den Höhlenbrüterarten wie z.B. Kohl- Blau- und Sumpfmaise, Kleiber, Feldsperling, Star usw. sehr gut angenommen. Die Arten werden jährlich von den KG-Mitgliedern bestimmt.

 

Habicht und Sperber sind ein regelmäßiger „Gastjäger“ und der Waldkauz hat seinen Schlafbaum auf dem Grundstück. Weitere Zielarten sind Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz.

 

In den Wintermonaten können viele heimische Vogelarten an den eingerichteten Winterfütterungen beobachtet werden. Ebenso stellt die Fläche ganzjährig ein Rückzugsgebiet für Rehe, Hasen und Fasanen dar.

 

Durch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Behörden (Landratsamt Forchheim, Untere Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband im Landkreis Forchheim, dem Amt für ländliche Entwicklung in Bamberg) und dem Landesbund für Vogelschutz als Artenschutzverband) ist ein sehr gelungenes Projekt für den Natur- und Artenschutz entstanden. Durch solche Maßnahmen wird die Biodiversität erheblich verbessert.

 

 

Forchheim, 14.12.2018

 

LBV KG Forchheim

 

Bericht und Fotos: Kerstin Herdegen-Frank und Gerhard Raab